Storchenland am Elbestrand

aktualisiert am
17.01.2012 

Otto v. Bismarck -
Deichhauptmann, Preuße
und Gründer des deutschen Reiches

Otto Eduard Leopold v. Bismarck wird am 1. April 1815 in Schönhausen an der Elbe geboren.  Nachdem die Familie bereits 1816 auf ihr pommersches Gut übersiedelt, kehrt Otto v. Bismarck kurzzeitig 1834 als Student und endgültig 1845 mit seinem kranken Vater nach Schönhausen zurück.

Er übernimmt das Erbe, wird Deichhauptmann und startet von hier aus seine politische Karriere als Abgeordneter des Kreises Jerichow im preußischen Landtag.

Der Alte vom Sachsenwald

Otto v. Bismarck wird 1846 mit der "gewichtigen Charge eines Deichhauptmanns bekleidet", wie er in einem Brief vom 25. Februar schreibt. Und Bismarck nimmt sein Amt als Deichhauptmann sehr ernst. Dazu bestand auch aller Grund, denn Anfang 1845 waren die Deiche an mehreren Stellen - auch bei Schönhausen -gebrochen und die Fluten der Elbe hatten verheerende Schäden angerichtet.

Aus den Erfahrungen der Flut lernend und unter Bismarcks Verantwortung als Deichhauptmann werden die Deiche auf einen modernen Stand gebracht und durchgehend in gleicher Höhe und Mächtigkeit angelegt. Bismarck erwirbt sich hierbei in den langwierigen Auseinandersetzungen mit der Bürokratie der Magdeburger Regierung und den Berliner Ministerien große Verdienste.

Bereits im Februar 1847 können sich die verbesserten Elbdeiche bewähren, denn die Elbe führt erneut Hochwasser und bedroht mit dem damit verbundenen Eisgang die Deiche. Bismarck selbst hat sich in den kritischen Tagen und Nächten intensiv und erfolgreich um die Überwachung der Flußbewegungen und um Sofortmaßnahmen zur Abwehr von Gefahren gekümmert.

Ab 1848 stürzt sich Bismarck wieder voll in die politischen Kämpfe im Sinne der Sammlung und Formierung der Konservativen. Er mitinitiiert das sog. Junkerparlament am 18/19. August in Berlin, und wird im Januar 1850 in das Erfurter Unionsparlament gewählt. Im Mai 1851 wird er zum preußischen Gesandten am wiederbelebten Bundestag in Frankfurt/M.ernannt.

Mit der Übersiedlung nach Frankfurt legt Otto v. Bismarck auch das Amt des Deichhauptmanns an der Mittelelbe nieder. 1871 wird er Fürst und Reichskanzler, 1890 Herzog von Lauenburg.

"Von diesem flachen Lande hier, von der altmärkischen Heimat, die ja auch die meinige ist, ist die Kraft und der Anstoß zur Bildung des kurbrandenburgischen Staates und Preußens und schließlich zur Wiedergeburt des deutschen Reiches ausgegangen." Mit diesem im Juli 1894 auf dem Stendaler Hauptbahnhof ausgesprochenen Satz erweist Otto v. Bismarck seiner Altmark die größte Reverenz, bestimmt sie als die "Wiege Preußens".

Diese enge Verbundenheit zur Heimat bestimmt auch die jahrhundertelange Geschichte seiner Familie in der Altmark. Hier liegen die Wurzeln und Gräber dieses "altmärkisch-uradlichen" Geschlechts.

Eine Ferienroute des FVV Altmark verbindet jene Orte, in denen die Bismarcks gewirkt und ihre Spuren hinterlassen haben. Sei es in Schönhausen an der Elbe, in Briest oder Burgstall, in Döbbelin, Krevese, in Bismark oder in Stendal - überall spürt man den Hauch vergangener Zeiten, der wie ein Schleier über den Herrenhäusern, Schlössern und Kirchen schwebt.

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